Geschichte der japanischen Kampfkunst Judo:

Judo setzt sich aus den japanischen Worten „Ju“ = sanft, edel und „Do“ = der Weg zusammen. Somit bedeutet „JUDO“ der „sanfte Weg“.

Der deutscher Professor, Erwin Bälz, der um 1884 an der Universität in Tokio unterrichtete, ermunterte seine blass und schwächlich aussehenden Studenten, die alten traditionellen Kampfkünste ihrer Vorfahren wieder zu erlernen und auszuführen. Ein junger motivierter Student, Jirgoro Kano, sah sich drauf hin verschiedene Kampfsysteme an. Er ließ gefährliche Schläge und Tritte weg und entwickelte daraus das heutige Judo. Kano wollte mit Judo ein Zweikampfsystem entwickeln, in dem man seine Reaktion, Kondition, Gewandtheit, Kraft und Ausdauer mit anderen messen konnte, ohne diese ernsthaft zu verletzen oder dauerhaft zu schädigen

Da es schon immer ein besonderes Bedürfnis von Menschen war, sich im Zweikampf zu beweisen, entstand eine Kampfsportart mit festgelegten Regeln und entsprechender asiatisch geprägter Etikette.

Erwin Rohde und Erich Rahn waren „Judo-Pioniere“ und brachten den Judo-Sport nach Deutschland. Judo wurde 1968 olympisch und wird von Jungen, Mädchen, Männern und Frauen gleichermaßen betrieben.

Ein „Judoka“ nutzt die Bewegungen des Gegners aus, um sein Gleichgewicht zu brechen und ihn mit einem kontrollierten Wurf zu Boden zu bringen. Am Boden wird dann die Technik mit einem Haltegriff, (bei fortgeschrittenen Judokas) mittels Armhebel oder Würgegriff erfolgreich beendet.

Aber nicht nur kämpferische Elemente beinhaltet das Judo. Vielmehr trägt Judo auch zur Persönlichkeitsbildung bei. Ein gewissenhafter Trainer, der die „geistigen Hintergründe“ des Budo-Sports verstanden hat, weiß mit seinem Erziehungsauftrag verantwortungsvoll umzugehen.

Im Training und im Wettkampf (Shiai) tragen die Judokas einen „Gi“ = Judoanzug, bestehend aus einer weißer oder dunkelblauen Hose und einer speziell verstärkten reißfesten Jacke, die durch einen Gürtel zusammengehalten wird. Ein Anfänger beginnt mit dem weißen Gürtel. Wenn er nach regelmäßigem fleißigen Training sein Programm für den weiß/gelben Gürtel (8. Kyu = Schülergrad) beherrscht, kann er sich zur Prüfung stellen. Je nach Gürtelfarbe, werden die in der Prüfung verlangten Techniken (Wurf-, Halte-, Befreiungs-, Armhebel- und Würgegrifftechniken) umfangreicher und müssen vom Prüfling in verschiedenen Ausführungen gezeigt werden.